Wenn jemand seine Hand in die
Sonne hält, so fällt auf die Tischplatte ein Schatten. Er kann den Schatten nun
genau beschreiben, aber er kann ihn nicht verändern noch verrücken, solange
sich der Verursacher des Schattens, die Hand, nicht fortbewegt.
Diese simple Einsicht kommt
einem in den Sinn, wenn man die Bemühungen der Politiker zur Lösung des
Nahostkonflikts nun schon seit Jahren verfolgt. Sicher spielen Nationalismen
eine Rolle: hier die Israelis, dort die Araber. Wie wenig dies aber die
eigentliche Ursache des Konflikts darstellt, haben nicht zuletzt der Gazakrieg,
aber auch schon die vorigen Auseinandersetzungen gezeigt. Anders als 1948 bis 1967 ziehen nicht mehr die arabischen Armeen aus, wenn sich Israel wieder
einmal Luft gegen die Hamas oder die Hisbollah verschafft. Aktiv im Kampf gegen
Israel werden Hisbollah und Hamas nur vom Iran unterstützt und das ist nicht
mal ein arabisches Land.
Nein, die „Mutter alles
Konflikte“ ist die Religion!
Die Tora erzählt zwar
von der Vertreibung Hagars mit ihrem Sohn Ismael durch Vater Abraham. Aber von
einer Tötung spricht die hebräische Bibel an dieser Stelle nicht.
Und die Kriege Israels gegen
seine Nachbarstämme hat das heutige Israel nie als Grundlage für Kriege
genommen, von denen kein einziger als Vernichtungskrieg geführt wurde. Und nach
dem Gazakrieg untersucht die Armee Israels ihre eigenen Aktionen auf mögliche
Kriegsverbrechen d.h. ungerechtfertigte Tötung von Zivilisten.
Ganz anders der Koran als
religiöse Grundlage der Moslem. Dort werden eindeutig die Juden als Affen und
Schweine bezeichnet, die es zu töten gilt. Es ist verdienstvoll, dies zu tun.
Für den Kampf für Allah gegen die Ungläubigen zu sterben, verheißt das
Paradies.
Dies werden nachweislich die
kleinen Kinder in den Schulen der Palästinenser schon so gelehrt. Die
Selbstmordkandidaten stehen Schlange zur bewussten Tötung von
Zivilisten.
So ist der
Hass der Israeli, wenn man denn so sagen kann, auf die Palästinenser nicht dasselbe, wie der Hass
der Palästinenser auf die Juden. Der jüdische „Hass“ ist begründet in
Leiderfahrungen der Gegenwart, der Hass der Palästinenser ist primär begründet
in der Religion und dann natürlich auch in den Erfahrungen von Demütigungen und
Leid.
Israel ist
ein säkularer Staat, in dessen Gesellschaf Religion gewiss eine große Rolle
spielt, in dessen politischen Entscheidungen, insbesondere was die „Linken“
Parteien betrifft, Religion nur am Rand eine Rolle spielt. Da der Koran aber
zugleich die religiösen wie politischen Grundlagen des staatlichen Handels
darstellt, ist Allah in den Entscheidungen der Hamas und Hisbollah („Partei
Gottes“) weitaus präsenter als Jahwe in den Entscheidungen Israels. In der
Frage der Preisgabe von biblischem Land für Frieden ist die israelische
Gesellschaft gespalten, denn da geht es um von Gott Israel verheißenes und
geschenktes Land. Das motiviert die Siedler zum Gründen ihrer Kibbuzim, um
biblisches Land nicht preiszugeben. Das war die eigentliche Tragödie der
Räumung von Gaza: die Siedler wurden irre an Gott, der nicht eingriff.
Eindeutig aber religiös gleich national wird die jüdische Gesellschaft, wenn es
um die Teilung Jerusalems geht. Darum ist die Klagemauer Israels religiöses
Zentrum, weil dort auf dem Zion einmal der Tempel stand und jetzt die
el-Aksa-Moschee und der Felsendom der Heiden, der gojim. Genau dies aber
bezeichnen die Moslems als ihr dritthöchstes Heiligtum und reagieren auf ein
Betreten des heiligen Berges durch einen jüdischen Führer wie Ariel Scharon
unter Anwendung von militärischer Präsenz mit einer neuen Intifada. Die unlösbaren
religiösen Konflikte sind der Kern des Nahostkonflikts.
Politik
kann aber religiöse Streitfragen nicht lösen, sondern höchstens mit den
Methoden der Friedens- forschung versuchen zu kanalisieren. Und die einfachste
Regel heißt dabei: Auseinanderrücken der Fronten, geographische Trennung der
Systeme.
Das ist der
ganz einfache Hintergrund der Zwei-Staaten-Lösung, weswegen alle Welt so sehr
daran festhält. Verständlich! Man sollte sich dann nur nicht über das immer
neue Scheitern wundern. Allerdings sollten sich die westlichen Politiker auch
einmal um die Verwendung ihrer Gelder kümmern. Wenn sie Selbstmordanschläge als
„feige“ und „unmenschlich“ verurteilen, dann sollten sie mal darauf achten, was
für Schulbücher mit ihrem Geld gedruckt werden. Aber selbst die moslemischen
Geldgeber der Golfstaaten werden wohl kein Interesse an einer derartigen
Verwendung ihrer Gelder haben, da der Terror jederzeit auch sie, die „pro-westlichen“
Regime treffen kann.
Biblisch gesehen ist die Zwei-Staaten-Lösung für Israel
eine Katastrophe. Menschlich gesehen sind aber beide Gesellschaften, die
israelische und die palästinensische, so verletzt, dass politisch kaum ein
anderer Weg denkbar ist. Aber war nicht die Versöhnung zwischen Deutschen und
Juden einmal noch viel undenkbarer?
Die Politische Seite, Der Gaza-Krieg - sein Umfeld und seine Folgen ... mehr
www.beter-im-aufbruch.de ©
Ortwin Schweitzer 2009
Headline
News: Sonntag, 28.
Mai 2009 von ihrer Redaktion - Israel heute - Jerusalem
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Netanjahu will Situation der
Palästinenser verbessern
Gestern
berief Ministerpräsident Netanjahu das Ministerkomitee zur Verbesserung der
Situation der Palästinenser in Judäa und Samaria zu einer Sitzung ein. Er
meinte, dass das Vorantreiben von wirtschaftliche Projekten für die
palästinensische Bevölkerung in Judäa und Samaria diesen eine bessere
wirtschaftliche, soziale und politische Realität geben könnte sowie deren
Lebensstandard und persönliches Leben verbessern ... mehr ©
Israel heute 2009, Jerusalem
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